Einleitung
Die Dolomiten, UNESCO-Welterbe, sind berühmt für ihre gezackten Silhouetten, ockergelben Türme und theatralischen Grate, die Wanderer, Bergsteiger und Fotografen aus aller Welt anziehen. Einen Grat in den Dolomiten zu begehen bedeutet nicht nur, auf einem schmalen Felsrücken zu laufen: Es heißt, das Licht zu begleiten, die Vertikalität der Wände zu spüren, dem Wind beim Formen der Wolken zuzuhören und Panoramen zu entdecken, die sich bei jedem Schritt verändern. Zwischen luftigen, leicht zugänglichen Graten und technischeren Kämmen, die geübten Alpinisten vorbehalten sind, bietet das Gebirge eine Bandbreite an Routen, in denen geologische Schönheit, Geschichte des Ersten Weltkriegs, gastliche Schutzhütten und gut ausgebaute Via-Ferrata zusammenkommen.
Dieser Artikel liefert einen detaillierten Guide zu den schönsten Graten in den Dolomiten. Sie finden hier eindringliche Beschreibungen, genaue Adressen, Richtpreise für Zufahrten und Seilbahnen, ungefähre Öffnungszeiten sowie praktische lokale Tipps (Ausrüstung, Sicherheit, Saisonzeiten). Ob Sie einen panoramareichen Grat für eine Tagestour suchen oder eine anspruchsvolle alpine Kante planen: die folgenden Abschnitte helfen bei Auswahl und Vorbereitung. Wir behandeln emblematische Routen: die Grate rund um die Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo), den Grat am Lagazuoi, die Seceda, den Piz Boè und das Sella-Massiv, die Marmolada sowie intimere Sektoren wie die Cinque Torri und die Tofana.
Jede Beschreibung enthält: Zugang (genaue Adresse des Parkplatzes oder der Seilbahnstation), Preise in Euro als Richtwert, Öffnungszeiten der Anlagen, eine detaillierte Darstellung der Route und der landschaftlichen Eindrücke sowie konkrete Hinweise zu Wetter, Sicherheit, Orientierung und Logistik (Übernachtungsmöglichkeiten, Materialverleih, nützliche Telefonnummern). Die Dolomiten sind ein anspruchsvolles Berggebiet: das Wetter ändert sich schnell, Gewitter im Sommer können heftig sein und manche Grate verlangen Ausrüstung und Erfahrung. Lesen Sie die Hinweise sorgfältig und kontaktieren Sie im Zweifel einen ortsansässigen Bergführer.
Im Text finden Sie visuelle Orientierungspunkte zur Vorbereitung Ihrer Aufnahmen: die fotogensten Tageszeiten, bevorzugte Aussichtspunkte und Vorschläge für Bildwinkel. Wir haben präzise Bildmarker für die fotogensten Abschnitte eingefügt, um Ihre Vorstellungskraft und Fotoausrüstung vorzubereiten. Schließlich: praktische Informationen (Preise, Öffnungszeiten, Straßenverhältnisse) können sich ändern — prüfen Sie vor Abreise die offiziellen Seiten der Hütten und Seilbahnen. Viel Vergnügen beim Lesen und gute Reise auf den Graten der Dolomiten!
Tre Cime di Lavaredo: Der legendäre Grat und der Kamm der Kleine Zinne
Die Tre Cime di Lavaredo (Tre Cime = Drei Zinnen) sind das absolute Symbol der Dolomiten. Im Naturpark Tre Cime gelegen, bieten sie vielfältige Grate und Kämme, von einfachen panoramischen Überquerungen bis zu anspruchsvollem alpinem Gelände. Der klassische Zugang beginnt beim Rifugio Auronzo, Ausgangspunkt für die Umrundung der Drei Zinnen oder für anspruchsvollere Überschreitungen wie den Kamm der Kleine Zinne (Cima Ovest / Cima Piccola).
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Zugang: Rifugio Auronzo, Località Auronzo 3, 32041 Auronzo di Cadore (BL), Italien. Der Parkplatz beim Rifugio Auronzo ist über eine gebührenpflichtige Privatstraße von Misurina erreichbar. Richtpreis für die Zufahrt: etwa 30–35 € pro Auto (saisonal und jahresabhängig schwankend). Öffnungszeiten der Zufahrtsstraße: in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober (je nach Schneelage), mit Befahrenszeiten meist von 06:00 bis 18:00 in der Hochsaison; prüfen Sie die genauen Daten auf der offiziellen Seite der Gemeinde Auronzo.

Eindringliche Beschreibung: Vom Parkplatz des Rifugio Auronzo aus führt die Umrundung der Drei Zinnen über gut markierte Wege und schenkt atemberaubende Blicke auf die imposanten Nordwände. Auf dem Grat der Zinnen wechseln sich vertikale Dolomitwände, späte Schneefelder und tief eingeschnittene Rinnen ab. Der Grat der Cima Piccola ist technisch anspruchsvoller: er erfordert Seil, Helm und gegebenenfalls Friends für felsige Passagen. Die exponierten Wände tragen oft noch Spuren der Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs: Stollen und Beobachtungsstände zeugen von den Kämpfen auf diesen Hochplateaus.
Empfohlene Route und Dauer
- Klassische Runde um die Drei Zinnen (Schleife über Sentiero A. Innerkofler): 3,5–4,5 Stunden, 10–12 km, moderater Höhenunterschied.
- Kamm der Kleine Zinne/Cima Piccola (alpinistische Route): halber Tag bis ganzer Tag je nach Variante; Kletterstufe erforderlich: II–IV im Fels, Entscheidung nach Verhältnissen.
Praktische Tipps: Gehen Sie früh los, um Menschenmassen zu vermeiden und das Morgenlicht zu nutzen; nehmen Sie auch im Sommer warme Schichten mit (Wind und plötzliche Temperaturrückgänge möglich). Wichtige Hütten sind das Rifugio Auronzo (Località Auronzo 3, 32041 Auronzo di Cadore BL, Tel. +39 0435 996, saisonal geöffnet, Frühstück/Mittagessen/Abendessen, Mahlzeiten etwa 12–25 €) und das Rifugio Locatelli (Dreizinnenhütte) (Via delle Tre Cime, 32041 Auronzo di Cadore BL, Tel. +39 0435 90926, Öffnungszeiten saisonabhängig). Prüfen Sie Verfügbarkeit und reservieren Sie in der Hochsaison.
Sicherheit und Regelungen: Bleiben Sie auf markierten Wegen; einige Abschnitte sind ausgesetzt und erfordern gute Bergschuhe, Wanderstöcke und Helm, wenn Sie felsige Grate begehen. Hunde sind auf den meisten Wegen erlaubt, müssen aber an der Leine geführt werden. Im Notfall wählen Sie die europäische Bergrettungsnummer: 112 (oder die italienische Nummer 118 für Rettungsdienst und Notfälle).
Lagazuoi und Passo Falzarego: Historischer Grat und Schluchten des Ersten Weltkriegs
Das Massiv des Lagazuoi überragt den Passo Falzarego und bietet einen Grat voller Geschichte und aussichtsreicher Blicke. Der Grat des Monte Lagazuoi ist bekannt für seine Aussichten auf den Monolithen des Cristallo, die Kämme der Tofane und die weit ins Tal abfallenden Hänge. Besucher können den Grat mit der Erkundung der während des Ersten Weltkriegs angelegten Stollen und Tunnel kombinieren, die heute als Freilichtmuseum zugänglich sind.
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Zugang: Funivia Lagazuoi (Lagazuoi-Seilbahn), Passo Falzarego, 32043 Colle Santa Lucia (BL), Italien. Startstation: Passo Falzarego (Parkplatz in der Nähe des Grand Hotel Falzarego). Nützliche Adresse: Passo Falzarego, 32020 Livinallongo del Col di Lana (BL). Richtpreis Seilbahn: Hin und zurück 25–30 € (saisonal variabel, Familienrabatte möglich). Öffnungszeiten: meist von 08:30 bis 17:00 in der Sommersaison mit regelmäßigen Fahrten; prüfen Sie die offizielle Ticketstelle für genaue Zeiten und eventuelle Schließungen.

Eindringliche Beschreibung: Die Auffahrt mit der Seilbahn zur Station Lagazuoi eröffnet sofort spektakuläre Blicke. Oben erstreckt sich der Grat zwischen sanften Kämmen und Einschnitten, mit Panorama auf das Marmolada-Massiv, die Cinque Torri und das Ampezzaner Tal. Der Gipfelweg ist oft mineralisch, gesprenkelt mit Blöcken und Platten; die Überschreitung bis zum Rifugio Lagazuoi (Via Lagazuoi) ist besonders eindrucksvoll bei Sonnenauf- oder -untergang, wenn die Dolomiten in goldene Töne getaucht werden.
Route, Museum und Hütten
- Klassische Route: Seilbahn Passo Falzarego → Gipfel Lagazuoi → Abstieg über Sentiero 401/420 zur Forcella Lagazuoi oder Rückkehr zum Passo Falzarego; Dauer: 2–4 Std. je nach Pausen.
- Erster Weltkrieg Museum: Rundgang durch die Stollen und Schützengräben (Zugang vom Gipfel aus, manchmal kostenpflichtige Führungen).
- Rifugio Lagazuoi (Rifugio Lagazuoi 2752 m): Adresse Gipfel Lagazuoi, Tel. +39 0436 870203 (saisonal geöffnet); warme Gerichte 10–20 €.
Praktische Hinweise: Die Besichtigung der Stollen kann feucht und rutschig sein; griffige Sohlen und eine Stirnlampe sind empfehlenswert. Im Sommer Sonnenschutz und genügend Wasser mitnehmen (Winde können stark austrocknen). Der exponierte Weg zur Forcella Lagazuoi erfordert bei schlechtem Wetter Vorsicht. Fotografen bevorzugen die Goldene Stunde morgens oder abends für eindrucksvolle Kontraste.
Seceda: Der luftige Grat von Gröden mit modellierter Panoramaform
Seceda gehört zu den fotogensten Graten der Dolomiten, berühmt für seine grasbewachsenen Kämme und die steil abfallenden Felswände über dem Villnösstal und der Geislergruppe (Odle). Die Silhouette der Seceda ist unverkennbar: eine klare Kante, die sich verjüngt und großartige Ausblicke auf die Odle und das Puez-Geisler-Gebiet bietet.
Zugang: Cabinovia Seceda / Funivia Seceda, Talstation Piazza S. Antonio 2, 39046 St. Ulrich in Gröden (Ortisei) BZ, Italien. Die Seilbahn von Ortisei nach Seceda über Saltria: Richtpreis Hin- und Rückfahrt etwa 28–35 € (saisonal variierend). Öffnungszeiten: häufig von 08:30 bis 17:00/18:00 im Sommer; Verlängerungen in touristischen Spitzenzeiten möglich. Nützliche Adresse: Piazza S. Antonio, 2, 39046 Ortisei (BZ).

Eindringliche Beschreibung: Das Gipfelplateau der Seceda bietet einen grasbewachsenen Grat, der als Aussichtsbalkon fungiert: auf der einen Seite die riesigen Felsgestalten der Geisler, auf der anderen die grünen Hügel des Grödnertals. Das Gelände ist weniger technisch als manche Felsgrate, verlangt aber trotzdem Aufmerksamkeit auf exponierten Passagen, vor allem bei nassem Gras. Im Frühjahr sind die Almwiesen mit Blüten übersät, im Herbst kleidet sich der Grat in warme Orange- und Brauntöne.
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Spaziergänge und Varianten
- Wanderung Seceda – Rifugio Firenze – Col Renzler: 3–5 Std., für geübte Wanderer zugänglich.
- Querung bis Pieralongia / Furcia Rossa: längere, wildere Routen für jene, die Einsamkeit suchen.
- Schutzhütten: Rifugio Fermeda (Regole 3, 39046 Ortisei BZ, Tel. +39 0471 777… bitte prüfen) und weitere saisonale kleine Hütten mit Getränken und Snacks (Getränkepreise 3–7 €).
Praktische Tipps: Kaufen Sie Ihre Seilbahntickets online in Spitzenzeiten, um Warteschlangen zu vermeiden. Nehmen Sie Wanderstöcke, eine winddichte Jacke und genügend Wasser mit — die Distanz und die Höhenmeter können anstrengend werden. Fotografen sollten das Abendlicht mit den Geisler im Hintergrund nicht verpassen.
Piz Boè und das Sella-Massiv: weite Grate und 360°-Aussichten
Der Piz Boè (3.152 m) ist der höchste Punkt des Sella-Massivs und ein beliebtes Ziel für lange Grate mit Rundumsicht. Die Grate rund um das Sella sind ideal für ausgedehnte Überschreitungen in hochalpinem Terrain: breite Kämme, geneigte Platten und luftige Passagen wechseln mit gemütlichen Hütten zum Einkehren.
Zugang: Verschiedene Zustiege möglich. Praktisch ist der Passo Pordoi (Strada statale 48 delle Dolomiti), Ausgangspunkt zu den Wegen zum Piz Boè via Col di Pordoi. Nützliche Adresse: Passo Pordoi, 39036 Canazei (TN), Italien. Seilbahnen: die Funivia Pordoi fährt vom Passo Pordoi zur Forcella Pordoi; Richtpreis Hin- und Rückfahrt: 18–25 €. Öffnungszeiten: häufig 08:30–17:00 in der Saison.
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Eindringliche Beschreibung: Der Aufstieg zum Piz Boè beinhaltet oft eine finale ausgesetzte Gratpassage, die mit Blicken auf Marmolada, Pale di San Martino und die Berge des Sella-Massivs belohnt. Das Gelände ist abwechslungsreich: Schuttreisen, geneigte Platten und mitunter späte Schneefelder. Die Sella-Runde, ob im Winter als Skirunde oder im Sommer als Fußüberschreitung, zeigt die Weite der Plateaus und Grate.

Unterkunft und Verpflegung
- Rifugio Boè (Rifugio Giorgio Costazza am Piz Boè): in Gipfelnähe gelegen, prüfen Sie die saisonale Verfügbarkeit; Übernachtungspreise 30–60 € je nach Komfort.
- Rifugio Franz Kostner (Rifugio Forcella Pordoi): nahe der Pordoi-Seilbahn, Gerichte 12–20 €.
Praktische Tipps: Bei großer Höhe ist eine progressive Akklimatisierung ratsam. Gewitter entstehen oft am Nachmittag: starten Sie früh, planen Sie Ausweichrouten und nehmen Sie eine wasserdichte Jacke mit. Topografische Karten (Tabacco, 1:25.000) und eine Offline-GPS-App sind empfehlenswert; Netzabdeckung kann eingeschränkt sein.
Marmolada: der eisige Grat und die „Königin der Dolomiten“
Die Marmolada, oft „Königin der Dolomiten“ genannt, beherbergt die größte Gletscherfläche der Region und Grate, die Fels und Eis kombinieren. Der Gipfelgrat und die Anstiege vom Tal bei Malga Ciapela präsentieren hochalpine Landschaften mit Blick auf Gletscher, Seracs und tiefe Täler.

Zugang: Funivia Marmolada / Serauta-Seilbahn ab Malga Ciapela, Località Malga Ciapela, 32020 Rocca Pietore (BL), Italien. Nützliche Adresse: Località Malga Ciapela 2, 32020 Rocca Pietore BL. Richtpreis: Hin und zurück ca. 30–40 € (je nach Saison und Ticketart variierend). Öffnungszeiten: meist 08:30–17:00 im Sommer; manche Anlagen sind außerhalb der Saison geschlossen. Prüfen Sie die Öffnungszeiten der Seilbahn und der Station Serauta.
Eindringliche Beschreibung: Die Auffahrt mit der Seilbahn zur Serauta-Station zeigt den Kontrast zwischen Gletscherfront und steilen Wänden. Der Gipfelgrat bis zur Punta Penia (3.343 m) ist hochalpin und beinhaltet Eispassagen: Steigeisen, Eispickel und Erfahrung im Gletscherterrain sind unerlässlich. Die Aussichten reichen über das Fassatal, das Sella-Massiv und bei klarer Sicht bis in scheinbar unendliche Weiten.
Sicherheit und Vorschriften
- Pflichtausrüstung für Gletscher: Steigeisen, Eispickel, Gurt; Seilführung bei Gruppen empfohlen; ein Bergführer ist angeraten.
- Hütten: Rifugio Pian dei Fiacconi (Basis in Malga Ciapela) für Verpflegung und Übernachtung, Gerichte 10–25 €, Übernachtung 35–70 € je nach Leistung.
- Seilbahnzeiten ändern sich: prüfen Sie vor Abreise; bei Schlechtwetter kann der Zugang aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Praktische Tipps: Versuchen Sie nicht, den eisigen Grat ohne Erfahrung oder ohne Führer zu begehen. Gletscherspalten sind reale Gefahren; die Gletscherentwicklung ändert sich von Jahr zu Jahr. Buchen Sie einen lokalen UIAGM/IFMGA-Bergführer, falls Ihnen die Ausbildung in Gletscherrettung und Sicherung fehlt.
Cinque Torri und Tofane: kurze Grate, große Fotos
Wer kurze, aber extrem fotogene Grate sucht, findet in den Cinque Torri und den Kämmen der Tofana (insbesondere Tofana di Rozes und Tofana di Mezzo) ideale Ziele. Diese Formationen vereinen typische Felsbildungen, historische Routen und Aussichten auf Cortina d’Ampezzo und Umgebung.

Zugang Cinque Torri: Passo Falzarego / Cortina d’Ampezzo. Nützliche Adresse: Strada del Passo Falzarego, 32043 Cortina d’Ampezzo (BL). Parkplätze an der Basis der Cinque Torri (kleine Parkautomaten); Zugang häufig kostenlos oder mit geringen Gebühren je nach Saison. Wegzeiten: Wanderwege rund um die Türme sind jederzeit zugänglich (außer bei temporären Beschränkungen). Kleine Kriegsmuseen und saisonale Hütten sind hauptsächlich von Juni bis September geöffnet.
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Zugang Tofana: Seilbahn Freccia nel Cielo und Liftanlagen ab Cortina d’Ampezzo. Seilbahnadresse: Corso Italia 53, 32043 Cortina d’Ampezzo (BL); Richtpreis Funivia/Freccia nel Cielo: 20–30 € Hin- und Rückfahrt je nach Ziel. Öffnungszeiten saisonabhängig, meist 08:30–17:00.
Beschreibung und Varianten
- Cinque Torri: kurze Kämme und Felsentürme, ideal für Via Ferrata, Mehrseillängen-Klettern und Familienwanderungen. Rifugio Cinque Torri (Rifugio Scoiattoli): Mahlzeiten 10–20 €.
- Tofana di Rozes: technischere Grate, frequentiert von Alpinisten und Via-Ferrata-Begeisterten (z. B. Via Ferrata Lipella/Tofana). Die klassische Route auf die Rozes erfordert Felskompetenz; die Via Ferrata ist mit homologiertem Kit (Gurt, Falldämpfer-Langseile) für vorbereitete Wanderer zugänglich.
Praktische Tipps: Planen Sie Kletter- oder Via-Ferrata-Aktivitäten mit geprüftem Material (Helm, Gurt, Longe) und prüfen Sie die Ausrüstung vor jeder Tour. In Cortina d’Ampezzo vermieten mehrere Bergsportgeschäfte Ausrüstung (z. B. Sportservice Cortina, Corso Italia 59, 32043 Cortina d’Ampezzo BL; Leihpreise halber Tag 10–20 €, Tag 20–35 €).
Lokale Tipps und Sicherheitsregeln für Gratüberschreitungen
Die Dolomiten bieten eine große Vielfalt an Routen, doch einige Grundregeln gelten überall, um Sicherheit und Genuss zu gewährleisten. Hier eine detaillierte Zusammenfassung der lokalen Empfehlungen vor einer Gratbegehung:
- Planung: Prüfen Sie die Wetterlage (MeteoDolomiti, regionale ARPA oder lokale Dienste). Vermeiden Sie Grate bei Gewitter oder Nebel. Sommergewitter bilden sich oft am Nachmittag: starten Sie früh.
- Ausrüstung: gute Bergschuhe (Vibram-Sohle oder gleichwertig), Trekkingstöcke, Helm bei felsigen Graten, winddichte/regenfeste Jacke, Wasser (mind. 1,5–2 L pro Person für Tagestouren), energiereiche Snacks. Für Via Ferrata und Gletscher: kompletter Satz (Helm, Gurt, Falldämpfer-Longe für Via Ferrata; Steigeisen, Pickel und Seil für Gletscher).
- Lokale Bergführer: Fehlt es an Erfahrung, buchen Sie einen zertifizierten Bergführer (UIAGM/IFMGA). Beispielsweise: Guide Alpine Cortina, Corso Italia 45, 32043 Cortina d’Ampezzo (BL); Preise variieren je nach Dauer und Schwierigkeit (Halber Tag 120–200 €, ganzer Tag 200–350 € pro Gruppe).
- Hütten und Unterkünfte: In der Hochsaison reservieren. Hütten bieten Verpflegung und Schlafplätze in Mehrbettlagern; Übernachtungspreise ca. 30–70 € je nach Komfort und Saison. Hüttenmenüs: 10–25 € für warme Mahlzeiten.
- Transport und Zugang: Manche Zufahrtsstraßen zu Hütten (z. B. zur Rifugio Auronzo) sind mautpflichtig: planen Sie Bargeld und Karten ein. Seilbahnen haben feste Fahrzeiten und gelegentliche Wartungsstillstände; prüfen Sie stets die offiziellen Seiten.
- Schutz der Natur: Folgen Sie Leave-No-Trace-Prinzipien: nehmen Sie Ihren Müll mit, schonen Sie die empfindliche Alpenflora und bleiben Sie auf markierten Wegen.
- Notfälle: Nützliche Nummern in Italien: Bergrettung 112 (EU), Rettungsdienst 118; führen Sie die genaue Ortsangabe und, wenn möglich, Breitengrad/Längengrad mit, um die Rettung zu erleichtern.
Passen Sie am Ende Ihre Ambitionen an Saison und persönliches Können an. Die Dolomiten sind atemberaubend, aber fordernd: Vorsicht wird mit unvergesslichen Panoramen und einem echten Gefühl von Leistung belohnt.
Fazit
Die Grate der Dolomiten zu erleben heißt, in eine Welt einzutauchen, in der Geologie, Geschichte und Licht zu einzigartigen Landschaften verschmelzen. Von den ikonischen Silhouetten der Drei Zinnen bis zu den vereisten Kämmen der Marmolada, von der filigranen Graslinie der Seceda bis zur Weite des Sella-Massivs erzählt jeder Grat seine eigene Geschichte und löst unterschiedliche Gefühle aus – mal kontemplativ, mal adrenalingeladen. Die entlang der Routen verstreuten Hütten verleihen den Überschreitungen eine menschliche, warme Komponente: das beruhigende Mahl nach einem anstrengenden Tag, das Plaudern mit anderen Berggängern und die Aussicht auf einen spektakulären Sonnenaufgang von der Terrasse.
Praktisch: Planen Sie jede Tour sorgfältig: prüfen Sie Tarife und Fahrpläne der Seilbahnen (Rifugio Auronzo, Funivia Lagazuoi, Funivia Marmolada, Funivia Seceda und Funivia Pordoi), reservieren Sie Hütten in der Hochsaison, sorgen Sie für passende Ausrüstung (Helm, Gurt/Via-Ferrata-Kit, Steigeisen/Pickel für die Marmolada) und engagieren Sie im Zweifel einen zertifizierten lokalen Bergführer. Achten Sie auf Wetterlagen, starten Sie früh, respektieren Sie die Umwelt und behalten Sie stets die Notrufnummern griffbereit.
Egal, ob Sie einfache Grate für lange panoramische Wanderungen, technische Kämme zum Klettern oder morgendliche Fototouren suchen: Die Dolomiten bieten eine unerschöpfliche Palette an Erlebnissen. Nehmen Sie sich Zeit, nicht nur die Gipfel, sondern auch die Täler, Hütten und die Gastfreundschaft der Bergdörfer zu genießen: genau diese Kombination macht eine Gratwanderung in den Dolomiten wirklich unvergesslich. Befolgen Sie die Empfehlungen dieses Artikels – Adressen, Zugangsinfos, praktische Details und Sicherheitsratschläge – und Sie sind bestens vorbereitet, die Magie der Dolomiten-Kämme voll auszukosten. Gute Touren und viele Entdeckungen!


